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Vitamine und Co. erneuern die "innere Sonnenbrille"
Antioxidantien fangen augenschädigende Freie Radikale

NEU-ISENBURG - Sauerstoffradikale können Schäden an der Netzhaut erzeugen, die schlimme Folgen wie die altersabhängige Makuladegeneration haben können. Antioxidativ wirkende Vitamine und Spurenelemente wirken dem entgegen.

Das konnte in einer großen amerikanische Studie mit 3640 Patienten, die täglich einen Antioxidantien-Cocktail zu sich nahmen (Age-Related Eye Disease Study, ARED) gezeigt werden. Warum aber reagieren gerade die Augen so empfindlich auf Sauerstoffradikale? Mit dieser Frage hat sich Prof. Albert Augustin, Direktor der Augenklinik im Städtischen Klinikum Karlsruhe, schon vor der ARED-Studie beschäftigt.

"Die Stäbchenaußensegmente etwa bestehen zu 65 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren, die durch Freie Radikale besonders verletzbar sind", erklärte er. In keinem anderen Körperteil befinde sich ein derart hoher Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Auch ist das Auge fast ständig dem Licht ausgesetzt. Durch die Lichtenergie aber werden Sauerstoffradikale schneller als sonst aktiviert und führen schließlich zur Peroxidation wichtiger körpereigener Moleküle. "Nach Beleuchtung der Netzhaut mit starken Lichtquellen lassen sich bereits nach relativ kurzer Zeit sowohl histologisch als auch biochemisch Schäden nachweisen", so Prof. Augustin.

Nimmt man vermehrt Carotinoide oder besser Lutein über die Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel auf, reichern sich die Vitamine in der Netzhaut an und können die Photorezeptoren vor allem gegenüber blauem Licht schützen. Augustin bezeichnete die Luteineinnahme als Erneuerung der "inneren Sonnenbrille".

Auch die Vitamine C und E sind in den Photorezeptoren in hohen Konzentrationen vorhanden und reagieren dort mit den Radikalen. So schützen sie die Zellmembranen. "Ein wichtiger Mechanismus dabei ist die Regeneration von Vitamin E über Vitamin C", sagte Augustin.

Ergänzende Studienergebnisse:

Vitamin C und Linsentrübung


Jacques, P.F., Taylor, A., Hankinson, S.E., Willett, W.C., Mahnken, B., Lee, Y., Vaid, K., Lahav, M., Boston, MA, USA;
Long-term vitamin C supplement use and prevalence of early age-related lens opacities.
Am. J. Clin. Nutr. 66, 911-916, 1997


Oxidationen von Proteinen werden als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Grauem Star angesehen. In mehreren epidemiologischen Beobachtungsstudien korrelierten hohe Vitamin-C-, Vitamin-E- und Carotinoid-Zufuhren mit einem verringerten Risiko für altersbedingten Katarakt. Bei den meisten Studien wurde erst nach der Diagnose die Vitaminversorgung ermittelt, wodurch geänderte Verhaltensweisen die Angaben bzw. Blutanalysen gestört haben könnten.

P. F. Jacques et al. untersuchten daher in einer prospektiven Studie mit einem Beobachtungszeitraum von 10 bis 12 Jahren vor einer Augenuntersuchung den Einfluß der Vitamin-C-Zufuhren auf die Häufigkeit einer Kataraktentstehung. Aus einer Untergruppe von 2.484 Teilnehmern der Nurses Health Study (NHS) in USA, die 1976 mit 121.700 Krankenschwestern begonnen wurde, wurden endgültig 247 im Alter von 56 bis 71 Jahren ausgewählt. Durch eine Selektion waren bei dieser Gruppe Frauen mit hohen und niedrigen Vitamin-C-Aufnahmen überrepräsentiert.

Die Teilnehmer der untersten Quintile nahmen weniger als 93 mg Vitamin C/Tag, die der obersten 359 mg Vitamin C/Tag und mehr als Summe aus Ernährung und Supplementen auf. Von den Teilnehmern der NHS wurden alle zwei Jahre erforderliche Informationen abgefragt , u.a. über Vitaminsupplemente und von Zeit zu Zeit auch zum Ernährungsverhalten. Für die Erfassung der Vitamin-C-Supplemente standen 5 Berichte aus der Zeit 1980 bis 1988 zur Verfügung. Zwischen 1990 und 1992 fanden Augenuntersuchungen statt.

Die Beurteilung erfolgte nach dem Lens Opacities Classification System II. Die Einnahmedauer von Vitamin-C-Supplementen von mehr als 10 Jahren (n = 26) war mit einer 77 % niedrigeren Häufigkeit einer frühen Linsentrübung (Odds Ratio: 0,23; 95%VI 0,09 bis 0,60) im gesamten Linsenbereich und einer 83 % niedrigeren Häufigkeit einer moderaten Linsentrübung (Odds Ratio: 0,17; 95%VI 0,03 bis 0,85) im gesamten Linsenbereich verbunden im Vergleich zu Teilnehmern, die keine Vitamin-C-Supplemente eingenommen hatten (n = 141). Der Nachteil dieser Untersuchung lag in der Bevorzugung hoher Vitaminzufuhren und damit der Supplemente, so daß eine Aussage zur Prävention durch hohe Vitamin-C-Zufuhren über die Nahrung nicht möglich war.

Diese Studie bestätigt die Ergebnisse experimenteller und anderer epidemiologischer Untersuchungen, wonach hohe Vitamin-C-Zufuhren, hier als Supplemente, das Risiko für altersbedingte Linsentrübungen wesentlich senkt.

Weitere Studienergebnisse:

Die Eye Disease Case Control Study Group lieferte einen Hinweis dafür, daß das Risiko für eine Makula-Degeneration bei Blut-Vitamin-C-Spiegeln von 0,7-1,6 mg% nur ein Drittel bis die Hälfte so hoch ist wie bei Blutspiegeln unter 0,7 mg%. (Eye Disease Case-Control Study Group: Antioxidant status and neovascular age related macular degeneration. Archives of Ophthalamology 1993; 111:#1, 104-109)

In anderen Studien konnte belegt werden, daß die Zufuhr von Vitamin C, stärkster wasserlöslicher Radikalfänger im "Antioxidativen Orchester", besonders die Augenlinsen vor Schädigungen durch Radikale schützt:

 

Markierung So wurde in einer Tierstudie der Zusammenhang zwischen Vitamin-C-Zufuhr und Entwicklung von Grauem Star durch Radikale eindeutig nachgewiesen. (Jacob R.A., Burri B.J.: Oxidative damage and defense. Am. J. Clin. Nutr. 1996; 63, 6:985-990)
Markierung Auch beim Menschen sprechen verschiedene Studien dafür, daß die Zufuhr von Vitamin C das Risiko einer Erkrankung an Grauem Star verringert. (Heseker H.: Antioxidative Vitamine und Katarakte im Alter. Zeitschrift für Ernährungswissenschaft 1995; 34, 3:167-176)
Markierung Darüber hinaus wiesen Taylor et al. nach, daß durch Rauchen der Körper in noch stärkerem Maße als üblich mit Radikalen belastet wird und somit das Erkrankungsrisiko in Bezug auf den Grauen Star noch höher einzuschätzen ist. Ausreichende Mengen an Vitamin C können hier schützen. (Taylor A., Jaques P.F., Epstein E.M.: Relations among aging, antioxidant status, and cataract. Am. J. Clin. Nutr. 1995; 62, 6 (Suppl): 1439-1447)
Markierung In einer anderen Studie wurden Versuchsteilnehmer hinsichtlich ihrer Blut-Ascorbinsäure-Spiegel in drei Gruppen eingeteilt. Personen mit dem niedrigsten Ascorbinsäure-Status hatten ein 11 mal höheres Risiko, Katarakte in der hinteren Linsenregion zu entwickeln als die mit den höchsten Ascorbat-Spiegeln. (Jacques P.F., Chylac L.T.: Epidemiologic evidence of a role for the antioxidant vitamins and carotenoids in cataract prevention. Amer. Journ. of Clinical Nutrition 1991; 53:3520 S - 3525 S)
Markierung Vitamin C verringert das Erkrankungsrisiko an "Grauem Star" primär dadurch, daß es Freie Radikale im Auge rechtzeitig unschädlich macht.
(Ziemann B., Enzmann F.: Vitamin C (Ascorbinsäure), Ein lebensnotwendiger Schutzfaktor, 1998, MSE Pharmazeutika)

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