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ADHD (Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit/ohne Hyperaktivität) und AUTISMUS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS, engl. ADHD) beschreibt einen Komplex von Symptomen wie Beeinträchtigung der Konzentration und der dauerhaften Aufmerksamkeit, Neigung zu Hyperaktivität oder innere Unruhe und ein Reagieren, das unkontrolliert und impulsiv sein kann ("Zappelphilipp"). Es handelt sich teilweise um eine genetisch mitbedingte neurobiologische Störung. Chemische Übertragungsstoffe zwischen den Nervenzellen im Gehirn befinden sich im Ungleichgewicht.

Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die sich vor dem 3. Lebensjahr bemerkbar macht und die durch extreme "Abkapselung" von der Umwelt und durch eingeschränkte, sich wiederholende Verhaltensmuster gekennzeichnet ist. Weitere typische Symptome sind:

Aufzählung kein Gefühl für Gefahrensituationen
Aufzählung geringe Frustrationstoleranz
Aufzählung Wahrnehmung ihrer Umgebung sehr eingeschränkt
Aufzählung Schlafstörungen (sehr frühes Aufwachen)
Aufzählung Darmentzündungen und Enterocolitis signifikant erhöht im Vergleich zu normalen Kindern

Was haben diese vom Erscheinungsbild her unterschiedlichen Störungen miteinander zu tun?
Viele Kinder haben Probleme mit der Darmflora und der Darmschleimhaut. Ein Teil davon hat eine deutliche Veranlagung zur Pyrrolurie. Normalerweise werden die Pyrrole über den Stuhl ausgeschieden. Bei vermehrtem Anfall durch Enzymmangel oder durch Stress erfolgt eine Entlastung über die Nieren als so genanntes Kryptopyrrol in Form einer Komplexbildung mit Zink und Vitamin B6, wobei diese wertvollen Stoffe dem Körper verloren gehen. Vermutlich liegt ein Enzymmangel (Peptidasen) vor, sodass pathologische Abbauprodukte von Casein und Gluten entstehen, die cerebrale Störungen bewirken können und deren Abbauprodukte oxidativen Stress bewirken. Sie können die Mitochondrien zumindest zeitweise blockieren und so zu einem Energiemangel führen.
Aber auch ohne Pyrrolurie wird bei Darmproblemen die Darmschleimhaut geschädigt, wodurch Schwermetalle leichter in den Organismus gelangen können. Die Darmstörungen werden selten ernst genommen und verschlimmern die Störungen weiter. Ein Übriges steuert unsere heutige Ernährung mit Fastfood und Süßigkeiten dazu bei. Süßstoffe (z.B. Aspartam in Light-Getränken), Geschmacksverstärker (Glutamat) und Konservierungs- und andere Zusatzstoffe schädigen die Blut-Hirn-Schranke (BHS), die dadurch durchlässidurchlässiger wird.
Bei einer Schädigung der BHS kann vermehrt das zytosolische Protein S100, das zur Stabilisierung der DNA-Struktur gebildet wird, im Blut nachgewiesen werden. Schwermetalle, die normalerweise die BHS nicht passieren können, werden von Aspartam oder Zitronensäure "huckepack" genommen und wie ein trojanisches Pferd ins Gehirn geschleust. Bei Pyrrolurie gelangen Caso- und Gliadomorphine leichter ins Gehirn und bewirken dort cerebrale Störungen durch Beeinträchtigung der Mitochondrienfunktion. Bei den meisten Kindern mit ADHS und der Mehrheit der autistischen Kindern liegt eine Schwermetallbelastung im Gehirn vor (meist Aluminium, Zinn, Blei, Kupfer und Quecksilber). Eine durch Enzymmangel bedingte Anhäufung und vermehrte Aufnahme von Pyrrolen durch die geschädigte Darmschleimhaut führt zur Anhäufung von Peptiden. Je nach Beschaffenheit dieser Peptide, z.B. Exorphine) kommt es zu bestimmten Störungen, wie z.B. Autismus oder ADHD [Reichelt 2003]. Bei diesen Störungen handelt es sich um Dysregulationen in frontalsubkortikalen Bahnen [Biedermann 2005], wobei Störungen im Dopaminhaushalt zu eingeschränkter Neurotransmission führen.

Der Hypothalamus produziert (endogenes) Digoxin, woraus die Metaboliten Dolichol und Ubiquinone (Q10) entstehen. Digoxin hemmt Na+-K+ ATPase. Bei autistischen Kindern wurden erhöhte Spiegel von Digoxin und erniedrigte Spiegel von Na+-K+ ATPase an der Membran der Erythrozyten festgestellt.
Digoxin kann das Bewusstsein beeinflussen und diese Störungen können zu Autismus führen [Kurup 2003].
Mehrere Studien konnten die biochemischen Veränderungen in Serum und Urin von autistischen Kindern bestätigen. Bei 100 autistischen Kindern wurden erniedrigte Carnitinspiegel (freies und gesamt) und erhöhte Werte von Alanin und Ammoniak im Serum festgestellt [Filipek 2004], woraus auf einen mitochondrialen Schaden geschlossen wurde. Eine gluten- und caseinfreie Diät über 8 Wochen bei 36 autistischen Patienten zeigte deutliche Besserungen des Verhaltens und hohe Werte des IgA Antigens für Casein, Laktalbumin und beta-Laktoglobulin und der Antigene IgG und IgM für Casein [Lucarelli 1995].
Von drei Gruppen - 34 Jungen mit Autismus, eine Kontrollgruppe mit normaler Entwicklung gleichen Alters und eine Kontrollgruppe gleichen kalendarischen Alters - wurden von einem Labor Urinanalysen blind bezüglich der Diagnose durchgeführt. Eine korrekte Identifizierung der Diagnose auf Grund der Urinanalyse konnte in 53 % der Fälle bei Einbeziehung aller drei Gruppen und 77 % der Fälle, wenn die Kinder mit schweren Lernbehinderungen ausgeschlossen wurden [Alcorn 2004]. Eine Verbesserung des Verhaltens durch eine gluten- und caseinfreie Diät konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden [Whiteley 1999, Knivsberg 2001 & 2002, Reichelt 2003, Remschmidt 2000].
Außer der gluten- und caseinfreien Diät sollte eine Messung der Schwermetallbelastung (z.B. Haar-Mineralanalyse) und eine Schwermetallausleitung erfolgen. Zur Ausleitung der Schwermetalle empfehlen sich Lecithin, Selen und Ubiquinon Q10.

Bei Pyrrolurie werden vermehrt Zink und Vitamin B6 ausgeschieden und gehen so dem Körper verloren. Eine Gabe von Zink (150 mg/d) gegenüber Placebo bei autistischen Kindern (N=2x200) über 12 Wochen ergab eine statistisch signifikante Überlegenheit bei der Reduktion der Symptome; die vollständige Responderrate war mit 28,7 % vs. 20 % bei Placebo nicht besonders hoch. Am besten war die Wirkung bei den älteren Jungen mit einem hohen BMI-Wert und niedrigen Zink- und Freien-Fettsäuren-Spiegeln [Bilici 2004].
Wegen des Dopaminmangels bei ADHD [Biedermann 2005] gilt eine Behandlung mit Psychostimulanzien (Amphetamine), wobei das Betäubungsmittelgesetz (BtM) zu berücksichtigen ist, in der Schulmedizin als Standard. Dabei müssen jedoch auch die Nebenwirkungen in Kauf genommen werden. Die Rolle der alternativen Medizin bei ADHD wird in einem Artikel von Chan [2002] übersichtlich dargestellt. Für Ubiquinon Q10 empfiehlt der Autor eine Dosis von 2 mg/kg bei Kindern (in neueren Studien werden bis 10 mg/kg empfohlen); für Vitamin B6 eine Tagesdosis von 1,4 - 2,0 mg und für Zink 12 - 15 mg.
Die Störungen bei Autismus und ADHD sind im Erscheinungsbild verschieden, beiden liegen jedoch gleichartige Störungen zugrunde, die sich verschieden auswirken. Die Therapie ist demnach gleichartig. Liegt eine Pyrrolurie vor, so ist eine gluten- und caseinfreie Diät indiziert. Damit das Gehirn vor Schwermetallbelastung geschützt wird, muss die BHS einwandfrei funktionsfähig sein. Anatomisches Substrat der BHS sind so genannte tight junctions, welche die Endothelzellen der Hirngefäße miteinander verlöten und dadurch sicherstellen, dass der Stoffaustausch zwischen Blut und Gehirn über endotheliale Transportprozesse geregelt wird. Eine Störung der BHS tritt immer dann auf, wenn die tight junctions aufbrechen [Hossmann 2003]. Die erhöhte Durchlässigkeit der BHS kann durch Ubiquinon Q10 als Zellmembranschutz gebessert werden, da hier Energiemangel zur Steuerung der Ionenkanäle vorliegt. Die Konzentrationen des Hirnschrankenproteins S100 sinken wieder.

Die Einlagerung von Ubiquinon Q10 in die Zellmembran schützt die Zellen. In einer Studie konnte z.B. die Schutzfunktion von Nervenzellen vor Rotenon (Pestizid) nachgewiesen werden [Menke 2003]. Mitochondrien in den durch UbiquinonQ10 geschützten Zellen blieben aktiv (Energieproduktion), während ohne Ubiquinon Q10 die Mitochondrien abstarben.

Durch die Schutzfunktion des Ubiquinons Q10 wird die Aktivität der Mitochondrien und die tight junctions der BHS erhalten, die notwendige Energie und die Nervenabläufe normalisieren sich wieder, z.B. wird der soziale Kontakt bei Autismus wieder gefördert. Auch die dopaminergen Nervenzellen werden geschützt und mit der nötigen Energie versorgt, um die Vesikelbildung und den Vesikeltransport und die Ausschüttung in den synaptischen Spalt zu gewährleisten, wodurch der Dopaminmangel vermindert werden kann.
Hohe Dosierungen von Vitamin C wirken antioxidativ und schützen die Mitochondrien. Bei der Entgiftung der Leber ist Vitamin C ebenfalls notwendig. Außerdem wirkt es als Coenzym bei der Bildung der Releasing-Hormone (TRH, GH-RH, Gn-RH, CRH).
Zink und Vitamin B6 werden bei Pyrrolurie vermehrt ausgeschieden, wodurch ein Mangel entsteht. Selen vermag Schwermetalle (Übergangsmetalle; Radikalenerzeuger) chemisch zu binden; die entstandenen Verbindungen werden dann aus dem Körper ausgeleitet.
Bisher konnten in vier Fällen mit Ubiquinon in einer flüssigen Form als Nanoquinon bei Autismus (75 - 150 mg), mit Vitamin C (1 - 2 g), mit Zink (7,5 mg), mit Vitamin B (B2, B3, B6, B12) hoch dosiert und mit Selen (300 µg) sehr gute Erfolge erzielt werden; innerhalb von 4 Wochen nahmen die Kinder wieder sozialen Kontakt auf, sprachen zum größten Teil wieder. Zusätzlich war bei zwei Kindern eine gluten- und caseinfreie Diät erforderlich, bei einem Kind eine orthopädische Behandlung (Kopfschiefstellung).
Bei jedem Kind muss individuell eine Kombination der Therapiemöglichkeiten erarbeitet werden. Ubiquinon hilft, zusammen mit anderen Stoffen, bei der Entgiftung. Mit Ubiquinon versucht man zunächst, das vorhandene gravierende Energiedefizit auszugleichen, den Untergang von Nervenzellen zu verhindern, ihre Funktionsfähigkeit wieder herzustellen und die Funktion der BHS wieder zu normalisieren. Dadurch entsteht eine Basis für eine günstige Weiterentwicklung wie Blickkontaktaufnahme, Konzentration- und Lernfähigkeit, Bahnung und Förderung einer Sprachentwicklung.
Bei einem Kind mit ADHD wurde vor Pubertätsbeginn Amphetamin wegen mäßiger Erfolge und möglicher Nebenwirkungen, speziell in diesem Alter, abgesetzt und nach einer unbedenklicheren Alternative gesucht. Nach dem SANOMIT® geg-ben wurde, besserten sich das Sozialverhalten (zuvor keine Freunde), die Verhaltensauffälligkeiten (unkonzentriert, nervös) und die schulischen Leistungen.

Q10 liefert seinen Anteil durch

überraschend schnelle Besserung
BED wird schnell behoben
gewaltiges Potenzial von Q10 (Zellmembranschutz, Genexpression, Schutz vor Radikalen)

Diese ersten Erfolge erwecken Hoffnung bei der schonenden Behandlung der Kinder mit Autismus oder ADHD, deren Erscheinungsbilder sehr unterschiedlich sind, aber Gemeinsamkeiten der Ursachen aufweisen.

Dr. G. Gammel

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LITERATUR

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