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Anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit während und nach Krebstherapie

Cancer-Fatigue tritt bei den meisten Krebspatienten nach der Therapie auf
Quelle: Ärztezeitung

Köln (kas). 70 bis 80 Prozent aller Krebspatienten leiden während oder nach der onkologischen Behandlung unter anhaltender Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Sie fühlen sich wie gelähmt und sind oft so erschöpft, daß selbst ein Telefonat oder ein kurzer Spaziergang nicht mehr zu bewältigen ist.

Dieser Zustand beeinträchtigt die Lebensqualität und wird von vielen Patienten als das meist belastende Symptom der Krebserkrankung empfunden, sogar noch vor Schmerzen, sagte Professor Volker Diehl aus Köln bei dem vom Unternehmen Janssen-Cilag unterstützten Internationalen Symposium "Fatigue und Krebs". Der Umgang mit dieser Symptomatik wird noch dadurch erschwert, weil die Patienten nicht darauf hingewiesen werden. Und das liegt daran, daß viele Ärzte über die Zusammenhänge nicht informiert sind, so Diehl. Mit der quälenden Unsicherheit, ob sich damit schon ein Rezidiv ankündigt, sehen sich die Betroffenen in einem "schwarzen Loch", wie es eine Brustkrebspatientin beschrieb.

Mangels anderer Erklärung geben sich die Patienten oft selbst die Schuld, zumal diese Erschöpfung auch noch Monate nach einer erfolgreichen Krebstherapie auftreten kann. Da den Patienten für diese zunächst schwer faßbare Erscheinung ein Name fehlt, wagen sie erst gar nicht, ihren Arzt darauf ansprechen.

Fatigue kommt bei Strahlen- und Chemotherapie besonders häufig vor. Die Strahlentherapeutin Professor Petra Feyer aus Köln hat bei über 300 Patienten mit Tumoren im Mund-Hals-Bereich, die eine kombinierte Radiochemotherapie erhalten hatten, festgestellt, daß eine ausgeprägte Fatigue-Symptomatik bei 24 Prozent bereits vor der Behandlung bestand, nach Therapie allerdings bei 55 Prozent.

Diese vorerst Cancer-Fatigue getaufte Symptomatik hat nichts mit dem Chronic fatigue syndrome (CFS) zu tun, wenngleich es kein einfaches Differenzierungsmerkmal gibt. Ein praktischer Unterschied besteht nach Erfahrung von Diehl darin, daß CFS-Patienten im Gegensatz zu Krebspatienten kaum bereit sind, wegen ihrer Beschwerden einen Psychiater zu konsultieren.

Manchmal lassen sich körperliche Ursachen wie Anämie, Hypotonie oder Hypothyreose finden. Letztere tritt nicht selten erst spät nach einer Strahlentherapie auf. Auch die Krankheitsbewältigung selbst kommt als Auslöser infrage. Denn es könne kaum überraschen, daß eine Lebenskrise wie Krebs sehr viel Energie (Anm.: Coenzym Q10) verbraucht, erläuterte Dr. Agnes Glaus aus St. Gallen.

Da gezielte Forschung erst seit fünf Jahren stattfindet, gibt es keine fertigen Therapiekonzepte, wie der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie der Deutschen Krebsgesellschaft e.V., Privatdozent Dr. Joachim Weis aus Freiburg sagte. Besteht eine Anämie, können Wachstumsfaktoren wie Erythropoetin rasch zur Besserung führen. Neben kognitiver Verhaltenstherapie und dem Begleiten der Patienten in der Krankheit kommen sportmedizinische Aktivierungsprogramme infrage.

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