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Diätetik und Anti-Aging: Alt werden - jung bleiben 
vom Kongress für Diätetik und Anti-Anging unter Beteiligung der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik

Dr. med. Werner G. Gehring, Bad Münder, erläuterte, dass die gesamte Lebensführung beachtet werden muss, um ein gesundes Altern zu erreichen und länger jung zu bleiben. Die Beachtung folgender Aspekte ermöglicht es, gesund älter zu werden und das Altern zu verlangsamen, so Gehring.

  • Reduktion von Genussmitteln: Tabak, Koffein und Alkohol schädigen den Körper auf vielfältige Weise und erhöhen das Risiko für verschiedene Erkrankungen.
  • Steigerung der körperlichen Fitness: Ausdauersport erhöht die Leistungsfähigkeit des Herzens, senkt das Herzinfarktrisiko, den Blutdruck und das Karzinomrisiko. Krafttraining dagegen erhöht die Muskelkraft, senkt das Osteoporoserisiko und erhöht den Blutspiegel an STH (Somatotropin) und IGF1 (Insulin-like growth factor 1)
  • Verbesserung der Schlafhygiene: Regelmäßiger und ausreichender Nachtschlaf (Frauen 6,5 bis 7,5 Stunden; Männer 7,5 bis 8,5 Stunden) stärkt das Immunsystem und harmonisiert den Serotonin-Melatonin- und den STH-Stoffwechsel.
  • Stressmanagement: Schädlich ist der dekompensierte Stress, der zu einem Absinken der Spiegel von Cortisol, DHEA-S (Dehydroepiandrosteron-Sulfat), STH und IGF1 führt. Akuter Stress dagegen erhöht die Cortisol- und DHEA-S-Spiegel und ist daher positiv zu bewerten. Zum Abbau des dekompensierten Stress bieten sich verschiedene Methoden wie Meditation, Autogenes Training oder Yoga an.
  • Psychische Balance: Leben im Einklang mit sich selbst, Lebensfreude und Freundschaften sind das beste Mittel gegen Stress und Krankheiten.
  • Ernährung: Eine Optimierung der Ernährung kann verschiedene Krankheiten vermeiden. Eine normo- bis hypokalorische Ernährung, reich an Vitalstoffen, mit reichlich einfach ungesättigten und ausreichend mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist anzustreben. Durch die Ernährung werden viele Erkrankungen, allen voran Adipositas und das metabolische Syndrom, aber auch Krebserkrankungen verursacht. Der Einfluss der Ernährung auf verschiedene Krebsarten liegt zwischen 20 und 60 Prozent. Vor allem der Verzehr von Obst und Gemüse kann das Risiko der Krebsentstehung in mehreren Bereichen reduzieren. Insbesondere die enthaltenen Carotinoide sowie andere nicht-enzymatische Antioxidanzien schützen den Körper.
  • Reduktion von Umweltnoxen: Schwermetalle, organische Verbindungen, Substanzen mit endokriner Potenz und Strahlungen sollten weitestgehend vermieden werden.
  • Anti-Aging - Herausforderung für den Berufsstand der Diätassistenten?

  • Sven-David Müller von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, definiert Übergewicht als größten Feind des Anti-Agings. Es entsteht durch eine Ernährung die zu fett, zu süß und hyperkalorisch ist sowie Bewegungsmangel. Das Übergewicht ist eine Ursache für das metabolische Syndrom. Die Tatsache, dass es in Deutschland 50 bis 60 Prozent Übergewichtige, über 700.000 Essgestörte, zwei Millionen Untergewichtige, 4,4 Millionen Alkoholabhängige sowie eine suboptimale Vitaminversorgung bei 82 Millionen Menschen gibt und das im Jahr 2000 288.192 Herzinfarkte auftraten, verdeutlicht, dass es in Deutschland massive Ernährungsprobleme gibt. Statt dem Anti-Ageing muss es eine Entwicklung hin zum Well-Ageing geben, ganz im Sinne des griechischen diaita (d?a?ta), das eine gesunde Lebensführung beschreibt, die Ernährung, Bewegung und Lebensfreude einbezieht. Die Wandlung von der Diätschwester zum Diätassistenten muss noch weiter führen und sich an die Bedürfnisse der Zeit anpassen. Es muss eine ganzheitliche Betrachtung der Situation des Ratsuchenden erfolgen und keine starre Verordnung von Diätregeln. Eine optimale Praxis sollte aus Arzt, Diätassistent, Physiotherapeut und Psychotherapeut bestehen, um eine ganzheitliche Behandlung des Patienten gemäß der diaita zu gewährleisten, so Müller.
  • Tappt die Menschheit in die Falle des metabolischen Syndroms?

  • Privatdozentin Dr. med. Christine Metzner, ernährungsmedizinische Leiterin der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, erläuterte die Genomfalle als Ursache des Metabolischen Syndroms. Der Organismus hat es bisher nicht erreicht, sich an die veränderten Umweltbedingungen (Bewegungsmangel, reichliches Essen mit hoher Energiedichte, Arbeitslosigkeit, Stress...) anzupassen. Um der Genomfalle entgegen zu treten, muss der Lebensstil geändert werden. Die Nicht-Adaptation an die Umwelt muss ein Leben lang umgangen werden. Daher ist auch eine lebenslange Änderung der Ernährung und des gesamten Lebensstils notwendig. Hierbei ist die Normalisierung des Körpergewichts erst der zweite Schritt. Wichtiger ist eine Gewichtskonstanz und die Einhaltung diätetischer Prinzipien. Allein durch diese Maßnahme verbessert sich bereits die metabolische Situation deutlich. Dieses Problem in den Griff zu bekommen, erfordert die Zusammenarbeit von Arzt und Ernährungsfachkraft: Der Arzt stellt die Diagnose und die Weichen für eine Therapie. Daran muss sich die Beratung durch die Ernährungsfachkraft anschließen. Nur Diätassistenten und Diplom Oecotrophologen können mit dem Patienten zusammen Ernährungsmaßnahmen erarbeiten und den ihn befähigen, diese umzusetzen. Bei Übergewicht ist Meal-Replacement wirksam; das trifft in besonderem Maße bei Typ-2 Diabetes mellitus zu, so Metzner.
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  • Diätetik als Lösung des metabolischen Syndroms

  • Sven-David Müller beschreibt das griechische Wort diaita als die Lehre der gesunden Lebensführung. Daher genügt es bei einem Übergewichtigen nicht, allein die Ernährung um zu stellen. Der gesamte Lebensstil muss überprüft werden, so dass sich der Betroffene im Alltag neu orientiert. Häufig führen Überernährung, Bewegungsmangel, soziokulturelle Faktoren sowie eine genetische Disposition zu Dyslipoproteinämie, Diabetes mellitus, Adipositas, Hypertonie und Hyperurikämie/Gicht. Diese Erkrankungen sind wiederum ursächlich für Arteriosklerose, Steatosis hepatis und Cholethiasis. In Deutschland sind 65 Prozent aller Männer, 50 Prozent aller Frauen, 28 Prozent der 6 bis 8 jährigen und 32 Prozent der 8 bis 12 jährigen Kinder übergewichtig oder adipös. Eine wirksame Ernährungstherapie muss bei der Kaloriendichte, dem glykämischen Index und dem Fettsäuremuster ansetzen. Die Kaloriendichte und der glykämische Index der Nahrung müssen gesenkt, der Anteil der gesättigten Fettsäuren zu Gunsten von mehrfach und insbesondere der einfach ungesättigten Fettsäuren reduziert werden. Die Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus muss zusätzlich folgende Aspekte berücksichtigen: ballaststoffreich, relative Eiweißbeschränkung und Bevorzugung von Soja- und Fischprotein und eine Substitution der Mikronährstoffe Chrom, Zink und Vitamin C. Fettstoffwechselstörungen lassen sich mit Hilfe von Naturstoffen gut behandeln und bedürfen wesentlich seltener einer Medikamententherapie als diese zur Zeit angewandt wird. Der Cholesterinspiegel kann durch wasserlösliche Ballastsstoffe wie sie in Plantago ovata Samenschalen enthalten sind, Soja, Lecithin, Phytosterine und modifizierte Fettsäuremuster beeinflusst werden. Eicosane haben hauptsächlich im Bereich der Triglyzeride eine senkende Wirkung. Bei Gicht beziehungsweise Hyperurikämie muss auf Purine, Alkohol und Flüssigkeit geachtet werden, so Müller
  • Anti-Aging - Mikronährstoffe: Coenzym Q10
  • Dr. med. Martin Deilmann, Bad Münder, beschrieb die Coenzyme Q1 bis Q10 als organische Verbindungen, die eine Chinonstruktur enthalten und in allen lebenden Zellen vorkommen. Für den Menschen ist vor allem Coenzym Q10 relevant. Der menschliche Körper kann es selbst herstellen und die Coenzyme Q7 bis Q9 zu Coenzym Q10 umbauen. Da Coenzym Q10 für die Energiegewinnung unerlässlich ist, hängt seine Konzentration in den Körperzellen vom jeweiligen Energieumsatz ab. Die höchsten Konzentrationen finden sich in Herz und Leber, außerdem in den Zellen der Niere, der Bauchspeicheldrüse und der Muskeln. Im Alter sinkt die Konzentration der Zellen an Coenzym Q10 ab, insbesondere in Herz und Lunge. Als Ursache kommen eine verminderte Synthese, eine sinkende Aufnahme sowie ein gesteigerter Verbrauch in Frage. Ein therapeutischer Einsatz von Coenzym Q10 ist laut Deilmann in verschiedenen Bereichen möglich:
  • Hautschutz: Coenzym Q10 verbessert den Antioxidanzien-Status, vermindert die Schäden durch freie Radikale sowie Zahl und Tiefe der Falten.
  • Herzfunktion: Coenzym Q10 verbessert Herz-Zeitvolumen, Auswurfvolumen, Ejektionsfraktion, Herzindex, Enddiastolischen Volumenindex und senkt den diastolischen Blutdruck.
  • Tumore: Etwa 20 Prozent der Tumorpatienten haben niedrige Serumkonzentration von Coenzym Q10, wobei die Konzentration mit steigender Malignität des Tumors abnimmt.
  • Metabolisches Syndrom: Coenzym Q10 senkt den diastolischen Blutdruck um etwa 10 Prozent. Auch für den systolischen Blutdruck gibt es entsprechende Hinweise.
  • Diabetes mellitus-Typ-2: Diabetische Ratten zeigen eine starke Verminderung von Coenzym Q10 in Herz und Leber. Bei diesen Ratten senkte Coenzym Q10 die Hyperglykämie.
  • Cholesterin: Statine hemmen das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das auch an der Biosynthese von Coenzym Q10 beteiligt ist. Statine senken daher die Serumkonzentration von Coenzym Q10. Statin-Patienten sollten nach Ansicht von Dr. Deilmann Coenzym Q10 supplementieren, um Herz- und Leberproblemen vorzubeugen. In einer Studie trat bei Patientinnen, die mit Statinen behandelt wurden, vermehrt Brustkrebs auf. Hier könnte eine Verbindung zu einer therapeutischen Verminderung der Coenzym Q10-Konzentration bestehen.
  • Auch bei hoher Dosierung von Coenzym Q10 (600 mg/d über 360 Tage) sind keine negativen Nebenwirkungen zu erwarten. Vereinzelt wird von einer Verstärkung der Wirkung von Kumarinderivaten berichtet. Die köpereigene Produktion von Coenzym Q10 scheint durch eine externe Zufuhr nicht beeinflusst zu werden.
  • Anti-Aging: Sport als Jungbrunnen
  • Dr. med. Peter Deibert, Uniklinik Freiburg/Brsg. berichtet, dass Sport das Morbiditätrisiko senkt und so ein längeres gesundes Leben ermöglicht. Bei Senioren ist bereits vermehrte Alltagsbewegung und wenig Sport ausreichend. Ab dem 40. Lebensjahr ist es durchaus noch möglich mit dem Sport zu beginnen. Zu beachten ist, dass gute Fitness nicht von Dauer ist, sondern ein regelmäßiges Training erfordert. Verschiedene Krankheiten lassen sich laut Deibert mit einem regelmäßigen Sportprogramm verringern:
  • Diabetes mellitus: Mit einem wöchentlichen Verbrauch von 2000 kcal durch Sport ist das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken geringer.
  • Krebs: Das Auftreten eines Mamma-Karzinoms wird durch Sport um 30 bis 40 Prozent vermindert, da der Ovulationszyklus verändert wird. 50 Prozent der kolorektalen Karzinome lassen sich durch Sport verhindern, Pankreas- Karzinome können sogar um bis zu 42 Prozent reduziert werden.
  • Eine bessere Gewichtszunahme während und nach der Chemotherapie ist durch Sport zu erreichen.
  • Osteoporose: Sport verringert den Verlust an Knochenmasse.
  • Sport verbessert die Körperkomposition und senkt die Mortalität.

Empfehlung zur sportlichen Aktivität für ein längeres und gesundes Leben:
- Personen unter 65 Jahren ohne Übergewicht sollen 3 bis 4 mal die Woche 30 bis 45 Minuten Sport treiben, z.B. Joggen
- Über 65 jährige Personen ohne Übergewicht sollten 3 bis 4 mal die Woche 30 Minuten Sport treiben, z.B. Walking
- Übergewichtige sollten 3 bis 4 mal die Woche 45 bis 60 Minuten Sport betreiben, z.B. Walking

Bedeutung der Adipositas für die Entwicklung von Herzfunktionsstörungen und Hypertonie
Eine Herzinsuffizienz ist nach Privatdozentin Dr. med. Elke Parsi, Berlin, charakterisiert durch das Unvermögen einer oder beider Herzkammern eine ausreichende Organperfusion zu erbringen. Eine Stauungsherzinsuffizienz ist bei Menschen über 65 Jahre die häufigste Diagnose, Männer sind 1,5 mal häufiger betroffen als Frauen. Die Pathophysiologie der Herzinsuffizienz bei Adipositas ist durch einen erhöhten peripheren Sauerstoffbedarf sowie einen erhöhten Blutdruck gekennzeichnet. Die Folge ist eine Links- und/oder Rechtsherzhypertrophie. Die Herzinsuffizienz bei Adipositas äußert sich durch Belastungsdyspnoe, periphere Ödeme, starkes Schwitzen, Tagesmüdigkeit und eine verminderte körperliche Belastbarkeit. Der Arzt muss klären, ob diese Symptome von der Adipositas ausgelöst oder durch eine beginnende Herzinsuffizienz verursacht werden. Um zu klären, in wie weit die Adipositas bei der Entwicklung der Herzinsuffizienz eine Rolle spielt, wurden 212 Männer und 243 Frauen untersucht, welche die oben genannten Symptome zeigten. Die Ergebnisse der Untersuchung scheinen die Meinung zu unterstützen, dass Adipositas ein eigenständiger Risikofaktor für eine Herzinsuffizienz ist. Insgesamt führt eine Adipositas im Zusammenhang mit koronaren Herzerkrankungen und arterieller Hypertonie zu einer chronischen Herzinsuffizienz. Diese hat wiederum eine häufige Hospitalisierung zur Folge und verursacht hohe Kosten im Gesundheitssystem, so Parsi.

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