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Neuronen nach Schlaganfall schützen !
Entzündung fördert Apoptose


Bericht vom Deutschen Hochdruckliga-Kongress

Der Grad der Ischämie und die Zeit bis zur Reperfusion bestimmen das aktuelle Ausmaß des Hirnschadens nach akutem Schlaganfall. In den dann folgenden Tagen fördert auch die neuronale Entzündung die Ausbreitung der Läsion. Sind hier protektive Therapieansätze denkbar?

Mit einer möglichst schnellen Reperfusion des Ischämiegebietes kann man die Umgebung der Infarktläsion, die sogenannte Penumbra, oft noch retten. Allerdings erhalten nur maximal fünf Prozent der Patienten eine Lysetherapie, berichtete Professor ULRICH DIRNAGL, experimenteller Neurologe an der Humboldt-Universität in Berlin auf der 25. Wissenschaftlichen Tagung der Deutschen Hochdruckliga.

Das Ausmaß des bleibenden Schadens hängt dann vor allem von der aktuellen Ischämietoleranz des Gehirns ab, ergänzte Professor KARL M. EINHÄUPL von der Charité in Berlin. Diese ist am besten bei niedriger Körpertemperatur, normalem Glukosespiegel und stabilem Blutdruck. Deshalb gilt es, bei allen Schlaganfall-Patienten die Körpertemperatur möglichst rasch unter 37,5 Grad Celsius zu senken und Glukosewerte unter 160 mg/dl anzustreben. Der systolischen Blutdruck sollte stabil zwischen 160 und 180 mm Hg liegen, da bei Werten unter 140 mm Hg das Infarkt-Volumen signifikant zunimmt, betonte der Experte.

Für die weitere Ausbreitung der Infarktläsion in den Folgetagen ist aber auch die neuronale Entzündung nicht unerheblich: Durch den Sauerstoffmangel wird im Gehirn der Neurotransmitter Glutamat freigesetzt. Es entstehen Freie Radikale und die entstehende Entzündung führt z.T. zum programmierten Zelltod (Apoptose) von Neuronen. Zwar sind die Strukturläsionen im Kernbereich des Infarkts auf Grund des ATP-Mangels nicht mehr zu retten, erklärte Prof. Einhäupl. Doch könnte man versuchen, mit neuroprotektiven Therapieansätzen die Umgebung zu schützen.

Im Tiermodell gelang es bereits, durch Hemmung der Glutamat-Rezeptoren das Infarktvolumen um 30 bis 40 % zu senken, berichtete Prof. Dirnagl. Allerdings ist das Zeitfenster für einen solchen Eingriff wie bei der Lyse kurz. Zudem könnten möglicherweise auch Antioxidantien bzw. antiinflammatorische Zytokine den neuronalen Entzündungsprozessen entgegenwirken oder Wachstumsfaktoren dem programmierten Zelltod der Neurone vorbeugen.

 

Mehr zu den angesprochenen Themen:

[Sauerstofftherapie] [Freie Radikale] [ATP und Mitochondrien

   

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