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Coenzym Q10 und Parodontitis


Coenzym Q10 senkt die Entzündungsrate und reduziert die Bildung tiefer Zahnfleischtaschen.
Zahnfleischentzündungen sind schmerzhafte Prozesse, die nicht nur das sichtbare Zahnfleisch befallen können, sondern auch im weiteren Verlauf bis an die Zahnwurzel reichen. Die Entzündungen können sowohl durch Verletzungen als auch durch bakterielle Beläge entstehen. Aus den Plaques, dem vorwiegend aus Bakterien bestehenden Zahnbelag strömen Stoffe wie Enzyme, Antigene, Endotoxin Zytokine u.a. Sie greifen das Gewebe an. Das Zahnfleisch reagiert mit zellulären und humoralen Immunvorgängen, die zu einer Schwellung des Zahnfleisches mit Pseudotaschenbildung führen. Durch Tiefenwachstum des Epithels kommt es zur Bildung tiefer Zahnfleischtaschen, Auflösung des Bindegewebes mit Knochenabbau und schließlich zum Zahnverlust.

Mehr als 30 Jahre internationale Forschung zu Coenzym Q10 unterstützt die Ansicht zahlreicher Wissenschaftler, daß Erkrankungen des Parodontiums auf ein Mißverhältnis zwischen Immunfunktion und Mikroorganismen-Belastung zurückzuführen sind. Aus vielen Untersuchungen und Studien ergibt sich, daß das Coenzym Q10 als körpereigenes Antioxidans eine bedeutende Rolle bei der Therapie und Prophylaxe paradontaler Entzündungen spielen kann.

So wurde in einer amerikanischen Doppelblindstudie(1) mit 18 Patienten, in der man eine ergänzende Behandlung mit Coenzym Q10 zu der laufenden Behandlung vornahm, die Tiefe der Zahnfleischtaschen und Entzündungen festgehalten. Es ergab sich eine signifikante Verbesserung (P < 0,01) nach drei Wochen mit einer relativ kleinen Dosis von zweimal täglich 25mg Q10.

In einer japanischen Doppelblindstudie(2) wurde die klinische Wirkung von Q10 auf parodontale Erkrankungen bei 56 Personen untersucht. Bei einer täglich verabreichten Dosis von 50mg Q10 konnte nach 12 Wochen in der Q10-Gruppe eine signifikant niedrigere Zahnmobilität festgestellt werden als in der Plazebo-Gruppe (P < 0,05). Weiterhin war ein wesentlicher Unterschied in der mittleren Tiefe der Zahnfleischtaschen (mehr als 4mm) bei der Q10- und der Placebogruppe (P < 0,02) zu erkennen.

In einer weiteren Studie(3) wurden männliche Probanden mit Zahnfleischtaschen der Schneidezähne im Alter von 35–61 Jahren mit Q10 behandelt. Die Taschentiefe vor der lokalen Anwendung von Q10 betrug mindestens 4mm. Die Taschentiefe wurde an einer graduierten Sonde in der 3. und 6. Woche nach Q10-Gaben abgelesen.
Das Q10 wurde 6 Wochen lang einmal pro Woche an 20 Zahnfleischstellen aufgetragen.
Bereits drei Wochen nach lokaler Anwendung von Q10 konnte eine Abnahme der Taschentiefe um 10% im Mittel festgestellt werden. Nach weiteren drei Wochen hatte die Taschentiefe um 35% abgenommen.

Eine interessante Beobachtung wurde auch von Patienten gemacht, die das unter einer Rheuma-Therapie auftretende Zahnfleischbluten mit Hilfe von 120–180mg Q10 täglich stoppen konnten. Etwa 10–12 Tage nach Absetzen von Q10 traten die Blutungen wieder auf. Nach erneuter Einnahme von Q10 verschwanden die Blutungen wieder. Dies ist ein Hinweis für den Einfluß von Q10 auf die Festigkeit des Zahnfleisches.

Die Ergebnisse dieser und weiterer Untersuchungen deuten darauf hin, daß unter Anwendung von Q10 die Zellatmung und Energieversorgung der Mitochondrien auch im Zahnfleischgewebe aktiviert wird, indem sich die metabolische Situation verbessert. Q10 normalisiert den ADP/ATP-Quotient und stabilisiert das durch Dysfunktion und Energieverarmung belastete Taschengewebe. Da die Bildung von Zahnfleischtaschen mit Blutungen, Entzündungen und Plaquebildung einhergeht und als Folge von oxidativem Stress gesehen wird, ist neben der Einnahme von Q 10 Kapseln vor allem eine lokale Anwendung des Antioxidans Coenzym Q10 sinnvoll.
Für die lokale Behandlung parodontaler Erkrankungen bietet sich seit kurzem ein neu entwickeltes flüssiges Q10 oder Q10-Gel mit flüssigen Q10 an. Durch die Nanostruktur der Q10 Partikel in flüssigem Q10 wird eine optimale Nutzung der antioxydativen und energieliefernden Kapazität von Q10 erreicht.

Literatur:
(1)Wilkinson, Arnold, Folkers: Bioenergetical in clinical medicine. IV.adjunctive treatment of periondontal disease with coenzyme Q10. Research Communications in Chemical Patology and Pharmacology 1976; 14:715–719
(2)Iwamoto Y., Watanabe T., Okamoto H., Ohata N., Folkers K.: Clinical effect of coenzyme Q10 on periodontal disease. Biomedical and Clinical Aspects of Coenzyme Q10 1981; 3: 109–119.
(3)Prof. Nylander, Kopenhagen, Dr. Hanioka, Osaka, VIII Intl.Q10 Symposium 1993

 

   

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