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Spurenelement Zink

Warum Zink beinahe ein Allheilmittel ist


Aachen: Die Bedeutung einer unzureichenden Zinkversorgung für den menschlichen Organismus unterschätzen Mediziner noch immer. Zu diesem ersten Ergebnis kommen die Referenten der vierten internationalen Zinkkonferenz "Zinc signals" , die vom 2. bis 9. Mai 2003 auf Grand Cayman stattfand. Grund für die essenzielle Rolle von Zink ist die Funktion als Botenstoff zur Übertragung biochemischer Signale.

Das lebensnotwendige Spurenelement entpuppte sich in einer Reihe von Studien, die Experten erstmalig auf diesem internationalen Zink-Kongress vorstellten, als unerlässlich für die Erhaltung der Gesundheit des menschlichen Organismus. Zinkmangel führt unter anderem zwangsläufig zu Schädigungen an Haut und Schleimhäuten, sowie zu erhöhten Blutzuckerwerten.

Frau Dr. Michal Hershfinkel, Ben-Gurion-Universität of the Negev (Israel), konnte aufzeigen, wie ausreichende Mengen von Zink im Blut in Hautzellen die Prozesse der Wundheilung auslösen. In ihren Untersuchungen schlossen sich unter Zinkgabe Wunden innerhalb von 24 Stunden. Hautzellen besitzen spezielle Zinkrezeptoren (Zinc sensing receptor, ZnR). Vergleichbare Rezeptoren fanden die Wissenschaftler auch an anderen Zellen, insbesondere den Insulin-produzierenden Langerhans'schen Inseln der Bauchspeicheldrüse und den Nervenzellen des Gehirns. Daraus erklärt sich der positive Einfluss einer Zinksubstitution auf die Regulation des Blutzuckers. Daher sollten Diabetiker sowie Patienten mit Wundheilungsstörungen und Hauterkrankungen Zink substituieren, folgerte heute Sven-David Müller von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik während seiner Teilnahme an dem Zink-Kongress. Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund der unzureichenden Zinkzufuhr in der Bundesrepublik Deutschland von zentraler Bedeutung.


Zink schützt Senioren vor Krankheiten!
Zinkdefizit vermindert die Abwehrkräfte
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Zink in der Seniorenernährung supplementieren!

Aachen: Zinkmangel ist bei Senioren erschreckend häufig und macht sie anfällig gegen Krankheiten, warnt Katrin Raschke, Diplom Oecotrophologin bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen. Eine aktuelle belgische Studie zeigt den Zusammenhang zwischen Zinkdefizit und einem erhöhten Erkrankungsrisiko auf. Wissenschaftler untersuchten 50 geriatrische Patienten (durchschnittliches Alter: 83,5 Jahre) vor ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus. Sie bezogen medizinische, psychiatrische, soziale und funktionelle Beurteilungen sowie eine Bewertung der Ernährung und biochemischer Marker ein. 28 Prozent der Untersuchten wiesen ein Zinkdefizit mit Zinkwerten unter 10,7 Mikromol pro Liter im Blutplasma auf. Der Normalwert von Zink im Blut liegt zwischen mindestens 11 und 23 Mikromol pro Liter. In dieser Patientengruppe traten Atemwegsinfekte, Herzversagen, Stauungsinsuffizienz, gastrointestinale Krankheiten und Depressionen signifikant häufiger auf als bei Personen mit normalem Zinkstatus. Gleichzeitig hatten die Patienten mit niedrigen Zinkspiegeln auch geringere Präalbumin-Werte, was auf einen allgemein schlechteren Ernährungszustand schließen lässt.

Die Studie zeigt deutlich, dass Zinkmangel ein häufiges Problem bei Senioren darstellt. Dennoch wird diesem Risiko bisher keine ausreichende Beachtung geschenkt. Der Zink-Status wird bei medizinischen Routine-Untersuchungen nicht erfasst. Mit steigendem Alter sinkt der Energiebedarf. Gleichzeitig meiden viele Senioren wegen Problemen mit dem Kauapparat die gute Zinkquelle Fleisch. Auch Veränderungen des Zink-Stoffwechsels können im Alter entstehen. So geraten Senioren schnell in einen Zinkmangel, dem mit einer gezielten Supplementation begegnet werden muss, bekräftigt Raschke. Wie die Studie beweist, ließe sich die Krankheitsanfälligkeit, die häufig als typische "Alterserscheinung" angesehen wird, damit vermeiden oder zumindest deutlich verbessern. Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik empfiehlt eine tägliche Gabe von 15 bis 30 Milligramm Zink. Am besten geeignet sind organische Zinkverbindungen, da diese besonders gut vom Körper aufgenommen werden können.


Sinkender Fleischkonsum bedeutet unzureichende Zinkversorgung
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Die Zahl der Vegetarier sowie der "Fleischreduzierer" wächst und dadurch kann sich ein Zinkmangel entwickeln

Aachen: Die Deutschen essen immer weniger Fleisch, berichtete der Vegetarierbund aus Anlass des Weltvegetariertages und dies kann zu einer Zinkunterversorgung führen, erklärt heute Sven-David Müller von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen. Von 1988 bis 2001 ist der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland um rund 10 Kilogramm auf knapp 60 Kilogramm jährlich gesunken. Damit hat sich die Zinkzufuhr um täglich fast 1,2 Milligramm reduziert und die ohnehin nur suboptimale Versorgung entwickelt sich weiter in Richtung Zinkmangel. Gleichzeitig hat der Konsum pflanzlicher Lebensmittel bei bestimmten Personengruppen zugenommen. Die Zinkaufnahme aus pflanzlicher Kost ist jedoch durch darin vorkommende Substanzen, beispielsweise Phytinsäure, reduziert. Insgesamt steuert Deutschland auf eine Zinkversorgung zu, die deutlich unterhalb der Empfehlung von durchschnittlich 15 Milligramm Zink täglich liegt.

Vor allem Vegetarier und hier besonders die Veganer sind durch Zinkmangel gefährdet. Während 1983 nur 0,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Vegetarier waren, sind es heute acht Prozent, so Müller. Dazu kommt die hohe Zahl der "Fleischreduzierer". Der geringe Fleischkonsum hat negative Folgen für die Zinkversorgung, da in Fleisch reichlich Zink in Kombination mit der Aminosäure Histidin vorkommt. Die lebensnotwendige Bedeutung von Zink beschrieb Raulin erstmals im Jahre 1869 . Es ist für verschiedene biologische Vorgänge im Organismus unentbehrlich. Zink ist das häufigste in den Zellen vorkommende Element, es ist neben Eisen mengenmäßig das zweithäufigste Spurenelement im menschlichen Körper. Es befindet sich in allen Geweben des Körpers. Ein 70 Kilogramm schwerer Erwachsener hat insgesamt 2 bis 3 Gramm Zink im Körper, davon befinden sich etwa 10 Prozent in der Leber. Daneben ist es vor allem in Haaren, Knochen, Ovarien, Hoden, Prostata und dem Pankreasgewebe in hohen Konzentrationen enthalten. Zink ist Bestandteil von mehr als 300 Enzymsystemen und damit an einer Vielzahl elementarer Stoffwechselreaktionen beteiligt. Ohne Zink ist beispielsweise ein Aufbau der Erbinformationen oder ein Aufbau von Eiweißen im menschlichen Organismus unmöglich.

Die Symptome eines Zinkmangels sind unspezifisch. Häufig kommt es zu Wundheilungsstörungen, Haarausfall, brüchigen Fingernägeln, Infektionskrankheiten (insbesondere grippale Infektionen), zerebraler Dysfunktion und Potenzstörungen. Auch die Insulinbildung sowie Blutzuckerregulation ist bei bestehendem Zinkmangel gestört. Beim Vorliegen einer unzureichenden Zinkzufuhr sollten Betroffene ihre Ernährung umstellen oder 15 bis 30 Milligramm Zink täglich in Form von Kapseln einnehmen. Studien zeigen, dass organische Zinkverbindungen wie Zinkhistidin für den Körper deutlich besser verfügbar sind als anorganische Zinkverbindungen wie Zinkoxid oder Zinksulfat, betont Müller abschließend.
Quelle:(1) Prasad AS, Medline F. The role of zinc in gastrointestinal and liver disease. Clin Gastroenterol 1983; 12(3):713-741.

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